KLICK!

Was wollte ich nich alles anfangen im letzten Jahr. Zum Bleistift einen Toraja-Reis-Speicher auf dem neuen Grundstück errichten, das wir von einer notorischen Betrügerin kauften. Stattdessen verlor ich beinahe einen Zeigefinger beim Abreißen des lumpigen Hauses, welches sich dort befand. Und natürlich wurden wir wie erwartet – inzwischen schon über 1 Jahr – in eine Betrugsgeschichte verwickelt, deren Ende noch nicht in Sicht ist. Als wir schon bezahlt hatten, entdeckte meine Frau, daß ein weiteres Grundstücks-Zertifikat existierte, das die Frau noch nach dem Verkauf als Pfand bei einer Bank hinterlegt hatte. Und wenn man mit solchen Geschichten zur Polizei geht, träumen die bearbeitenden Beamten davon, sich dabei 1 Laptop zu verdienen und kassieren beide Seiten ab.

Und dann wollte ich zu einem Treffen mit amerikanischen Buddhisten fahren, um den Negern in New Orleans zu helfen. Aba die Neger wollten lieba Geld sehn. Macht nix, ich fahre trotzdem – dachte ich. Nur lassen die Amerikaner Indonesier wegen der Terror-Gefahr ungern rein. Da ist zum Bleistift unsere wichtigste Reisabnehmerin, die einen Sohn in den USA hat, schon 2x zum Interview in die amerikanische Botschaft in Jakarta bestellt wurde und trotzdem kein Visum bekam. Als Deutscher habe ich es da einfacher. Ich brauchte nur online ein Formular zur Einreiseerlaubnis auszufüllen – dachte ich. Nur mußte dort 1 Creditcard-Nummer angegeben werden. Ich hab aba keine. Auf der Bank meinte so ein junger ahnungsloser Schnösel (Ignoranz und Selbstvertrauen), das ginge auch mit einer Debitcard. Gemacht. Fehlermeldung. Creditcard beantragt. Meine Frau verpasste den Kontrollanruf. Nochmal beantragt – inzwischen hatte ich schon gebucht und die Einreiseerlaubnis mit der Creditcard meines Sohnes bezahlt. Dann kam eine Benachrichtigung des Online-Ticket-Vermittlers, die Flugdaten hätten sich geändert. Kein Problem. Zufällig entdeckte ich dabei einen Link zu den Einreisebestimmungen in die USA. Wer keinen neuen elektronischen Reisepaß besitzt, muß zum Interview in die Botschaft, zu dem man vielleicht eingeladen wird, und nach dem man vielleicht die Einreiseerlaubnis bekommt. Ich besaß einen alten Paß. Um einen neuen zu bekommen, mußte ich persönlich in der deutschen Botschaft in Jakarta erscheinen. Noch bei der amerikanischen Botschaft in Hamburg rückversichert – ja, so läuft das.

Nun brauchte ich Geburtsurkunde, Abmeldebestätigung und 2 Paßfotos – nach exakter, sehr deutscher Vorlage erstellt. Die Indonesier benötigen dafür 1 roten Hintergrund, die Deutschen 1 weißen oder grauen. Streng frontal, neutraler Gesichtsausdruck. Also wieder hin zum Chinesen, auf dem Mandarin-Stuhl platzgenommen, Brille hochschieben, Kopf etwas nach vorne, noch etwas nach links drehen, Nase tiefer, nich mit den Ohren wackeln, KLICK und BLITZ, und dann flog ich nach Jakarta.

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