So war das

Ich saβ in Davids Mikro-Bus an der offenen Tür und sah im Vorbeifahren diese fette Frau in einer ¾-Hose. Auf ihrem wackelnden Hintern war zweizeilig, handbreit Rosa auf Dunkelgrün „MINNI MOUSE“ aufgedruckt. Ich bin sicher, daβ sie so nich hieβ. Also warum stand das auf ihrem Hintern? Wenn dort zu lesen gewesen wäre „Hier reinkneifen“, hätt ich das verstehn können. Und wir fuhren zu diesem Fotoladen, weil ich 10 Paβfotos für die Imigrasi brauchte, die Paβfotos sammelt. Von vorne sah er wie ein Fotoladen aus. Das Mädchen, welches die Rechnung schrieb, machte alles falsch, und die Kassiererin überkritzelte die Rechnung korrigierend. Dann gingen wir durch einen halbdunklen Gang in den hinteren Teil, wo in einem unklaren Raum ein unklarer älterer Chinese im Unterhemd stand, der auf eine unklare Holztür zeigte, durch die wir in eine Art Studio mit merkwürdigen Dekorationsteilen gelangten. Dort wartete ein Fotograf, der mich zu einem Stuhl wies, auf dem sonst nur Mandarine sitzen, aber ich brauchte diesen roten Hintergrund, weil in Indonesien Paβfotos rote Hintergründe haben müssen. Lieber wär mir eine gemalte Opium-Höhle oder der mit einer gemalten Bibliothek gewesen. Niemand hier besitzt solch eine Bibliothek. Vielleicht lassen sich die Wilden deshalb vor den virtuellen Büchern fotografieren. Dann sollte ich das Gesicht etwas drehn, den Kopf senken, den Oberkörper nach rechts biegen, und dann blitzte es plötzlich von überall wie in der Geisterbahn oder wie 1 Kurzschluβ, und ich sollte den Kopf heben, das Gesicht zurückdrehn, die Schultern senken, und es blitzte wieder wie ein langer Kurzschluβ, und die ganze Zeit muβte ich grinsen, sodaβ 1 der unmöglichsten Fotos entstand, was je von mir aufgenommen wurde, aber meine Frau meinte hinterher, ich hätte wirklich so unmöglich ausgesehn, was wieda eine Illusion zerstörte.

Im Wipp-Bereich meiner Bank durfte ich essen, trinken und fernsehn. Es lief gerade „the BREAKFAST club“, den ich nur in der Bank sehn kann, weil ich kein TV hab. 2 Männer und 2 Frauen saβen auf 2 Sofas und redeten javanisch, was ich auch nich verstehe, weil es anders als Minahasa-Dialekt klingt, weniger Vokale hat und sich hart und knackend anhört. Es ging um das Thema „earning money without working“, was ich eigentlich täglich mache, aber es hat mich doch interessiert. Zu meiner Überraschung redeten die 4 Wilden über Bloggen. 1 „Profesional Blogger“ und eine „Blogger Wanita“, also 1 Bloggerin, beide dick, weil sie wahrscheinlich zu viel bloggen, wurden von den Moderatoren über das Bloggen befragt. Der „Profesional Blogger“ erklärte, daβ die Leute es mögen, wenn man mit dem Herzen bloggt. Das kann ich aba nich. Ich mach das imma mit meinem Hirn, und wieso iss Bloggen keine Arbeit?

Dann wollten wir den neuen Dell-Monitor abholen, um ihn gegen meinen alten Klopf-Röhren-Monitor auszutauschen. Man muβte bei ihm anklopfen, um die richtige Farbe zu bekommen. Der neue wurde in China gebaut, iss irgendwie nach Jakarta gelangt, flog nach Manado – nachdem wir wochenlang die Verkäuferin überredet hatten, ihn uns zu verkaufen – wurde von einem Fahrer versehentlich wieder ins Flugzeug nach Jakarta gebracht, flog von Jakarta wieder nach Manado zurück und hat nur 1 Pixelfehler, der aussieht wie 1 Fliegenschiβ. Die Gebrauchsanweisung iss thailändisch und das „E“ in „DELL“ schief. Als der Monitor verladen war, fiel der Verkäuferin ein, daβ sie die Nummer für die Garantiekarte nich hatte. So muβte sie in den Mikro-Bus kriechen und die Nummer auf dem Karton finden. Inzwischen hockte ich mit David drauβen und zählte die Schrauben am Hinterrad. Es waren 5 Schrauben und 4 Muttern. Die Reifen völlig glatt ohne Profil, aba David beruhigte mich damit, daβ Deutschland wascheinlich Weltmeista wird.

Zurück in meina Dschungel-Eremitage begrüβte mich einer der Mini-Hummer im Wassergraben vor der Eingangstür, und es war nach der Lärmhölle im IT-Center, wo ich haufenweise illegale Filme gekauft, aba keinen Hund sondern Brötchen mit Fisch gegessen hatte, nirwahnisch ruhich, nur das Wasser plätscherte, und grüβende Mini-Hummer machen keinen Krach.

Morgen kuck ich mir „Dances with Goats“ mit Kevin Costner an und tanz anschlieβend mit meina Ziege. Jawoll! Wär besser gewesen, ich hätt mir ne Seekuh zugelegt – bei dem Regen.

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