Apotheose der Ralle

„Die Wilden fressen einander und die Zahmen betrügen einander.“
Arthur Schopenhauer

„Die Wilden betrügen einander und fressen die Zahmen, und meine zahmen Katzen fressen die Wilden. Leida!“
Tom

Die Ralle (Gymnocrex rosenbergii oda Rallus aquaticus) iss ein hübscher Fußgänger. Besonders wenn es sich um ein komplettes Männchen handelt. Kopf und Unterseite schwarz mit fein zebrich gestreiftem Gefieder, der Rücken rotbraun. Von diesem Sumpf-Vogel gips allerlei Variationen, wie zum Bleistift die Nashorn-Ralle, die Furzana fuschca oda auch Furzana pussica, die gallische Kino-Ralle, die Zahlkuli-Ralle und nich zu vergessen die porphyrische Porphyrio. Sein flatternder Flug endet meist schnell, wobei die Beine dabei herabhängen. Diese scheinbare Unbeholfenheit und sein wenich scheues Verhalten ist der Grund, warum man ihn leicht jagen, zur Strecke bringen, mit Knüppeln erschlagen, zerreißen, zerrupfen und fressen kann. Trotz seiner Dummheit gelingt es ihm besonders in der von mir eingerichteten Tierschutz-Zone sich zu vermehren. Übahaupt scheinen sich ja die Dummen stark zu reproduzieren – vielleicht weil ihnen keine andere Freizeitbetätigung einfällt – weshalb in der Geistesgeschichte der Menschheit imma mal wieda erwogen wurde, für die Zeugung einen ebensolchen Berechtigungsnachweis einzuführen wie für den Gebrauch von Autos und Waffen. Thanatologisch betrachtet besitzt solch eine Ralle – im Gegensatz zum Hund – als Imbiß beim Saufgelage post mortem schon rein quantitativ keinen okkulten Rache-Faktor. Das Verspeisen des ersteren führt nämlich leicht im Zusammenhang mit Bluthochdruck zu Kaliumschock (Rache des Hundes) und vorzeitigem Ableben meist übawiegend nutzloser Mitglieder der hiesigen Gesellschaft.

Dieser Rallerich, einst treusorgender Familienvater, war vielleicht gerade beim Nestbau (s. Schnabelinhalt). Oda sollte er, als ihn eine meiner Katzen erwischte und plötzlich und unerwartet aus unserer Mitte riß – besonders seinen Kopf – ins Gras gebissen haben? Wenn Gott wirkrich der Gott der Liebe iss, wie kann er einerseits imma wieda Fehlproduktionen wie Prof. Dr. Dr. Harald Walach oda meine Nachbarn durchgehen lassen, andererseits zusehen, wie so junges und unschuldiges Leben qualvoll zerfetzt wird. SEUFZ! Es hat nich sollen sein.

Abb. aus Gerd Heinrich, „Auf Rallenfang in Celebes“, Berlin 1950

5 Gedanken zu „Apotheose der Ralle

  1. Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.( Arthur Schopenhauer )Generalisierte Quantentheorie, ist eine Generaliesierte Fehlentwicklung, der rennommierten Physiker !Denke nicht an das Vergangene & auch nicht an das Zukünftige, dann leidest Du auch nicht ! ( Frank )

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  5. Ein prächtiger Vogel. Die nordthailändische Rallen sind farblich bescheidener. Möglicherweise können sie sich dadurch besser verstecken.

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