Gegenangriff

Oman verkauft jetzt „Beeren-Kakteen” aufem Markt. Vorher hatte er 1 Tankstelle. Das war ein ~50cm breites Lattenregal mit Wellblechdach darüber. Damit die Cola-Flaschen mit je 1 Liter gepanschtem Benzin nich so viel Sonne abkriegen. Seine „Kakteen“ sind auch gefälscht. Es handelt sich um junge Triebe des Riesenfarns.

Oman war eines meiner Lieblings-Haβobjekte. 1 junger, hinterhältiger Drogen-User und nächtlicher Randalierer. Seit er verheiratet iss, sagt ihm seine Frau schon, was er zu tun hat. Doch damals, als ich noch im „Rattenloch“ wohnte, sorgte er mit seiner Gang für ne Menge Trouble aufer Straβe. Das Zentrum dieser Räuberbande war eine einstöckige Holz-Bude mit Ziegelunterbau, die direkt an unseren Hinterhof anschloβ und in der Dani mit seinem Bruder hauste. Als Oman eines Nachts volltrunken unser Haus mit Steinen bewerfen wollte und stattdessen die benachbarte Bruchbude von Yos traf, bin ich ein biβchen Amok gelaufen: Im Hinterhof wuchs ein groβer Pangi-Baum. Seine Blätter sind kleingeschnitten ein sehr begehrtes Gemüse, weshalb man gelegentlich völlich fremde Wilde jenen erklimmen sah. Der Baum liefert auch prima Wurfgeschosse in Handball-Gröβe. Sie waren in dieser Nacht gerade richtich. Noch hart genug zum Werfen, jedoch schön matschig beim Aufprall. Ich raste also in den Hinterhof und fing an, die Bruch-Bude, die leider leer wirkte, mit den herumliegenden Früchten zu bewerfen. Das iss hier sowieso die traditionelle Methode, seinen Nachbarn mitzuteilen, das was nich stimmt. Normalerweise mit Steinen. Ich war schön in Schwung. Nach den ersten Treffern gab die Holzklappe, die einzige Öffnung des Raums im Obergeschoβ, den Geist auf und für meine Projektile den Weg ins Innere frei. Das muβ hinterher ganz wunneba ausgesehn haben.

Was ich nicht wuβte: Drinnen schlief der kranke Bruder von Dani, der zwar schon wegen Diebstahls gesessen hatte, aba nich so eine Plage wie Dani war. Beim ersten Krachen meiner Wurfgeschosse schreckte er hoch, konnte im Dunkeln nichts erkennen, vermutete Geister- oder anderweitigen Angriff, stürzte panisch auf der mir abgewandten Seite aus dem Haus und ward eine zeitlang nich mehr gesehn.

Am nächsten Tag wuβte unsererseits natürlich niemand, was übahaupt passiert war. Und es war ein Weilchen ruhich im Hinterhof.

Der Christ Dani war und ist seit 9 Jahren ein drogensüchtiger, nüchtern feiger Lump. Z.Z. sitzt er mal wieder, weil er in Folge der neusten Bomben-Attentate die Aufforderung der Polizei, Leute mit unzureichenden Papieren festzustellen, zu wörtlich nahm und einen unserer moslemischen Nachbarn krankenhausreif geschlagen hat. Damals im „Rattenloch“ hab ich ihn und seine Gang mehrmals gescheucht. Leider kam es nie zu einer Schlägerei. Dann wär das Thema schon erledigt. Unglaublich, daß solch eine Bande von Säufern, die jeder kennt, unser Dorf schon ein Jahrzehnt lang terrorisieren kann, aba die Wilden warten einfach auf eine natürliche Lösung durch Heirat, Unfall-Tod oda Mord.

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Ein Gedanke zu „Gegenangriff

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