Pädagogik

Und dann kam die Nachricht vom Massaker im Erfurter Gymnasium. Es erinnerte mich an die Entwicklung, die ich jahrzehntelang beobachten konnte und glücklich hinter mir lieβ. Lehrer haben Angst? Ein großer Teil der Gymnasiallehrer schien weder willens noch fähig, überhaupt gegenzusteuern. Man braucht nur diese pubertären GEW-Veröffentlichungen zu lesen, um zu verstehen, was schiefläuft. Wenn von einem Direktor dauernd zu hören ist, da könne man nichts machen, anstatt, dagegen müssen wir was tun, ist schon alles verloren. Mehr Schul-Psychologen? Ich las von einem, der solches absonderte: „Es gibt keine schlechten Schüler, nur schlechte Lehrer.“ Und auch noch dieser schlimme Leistungsdruck! Ich hatte mal eine Schülerin in der 13., die am Ende meines Kurses kritisierte, jener wäre nich so toll gewesen. Erst war ich verblüfft, dann hab ich recherchiert und festgestellt, daß sie – wie viele andere auch – 50% des Unterrichts geschwänzt hatte. Im Internet las ich, daß Schüler eines deutschen Gymnasiums einen Versuch mit Schuluniformen nur wenige Tage durchgehalten hätten. Was für Waschlappen! Hier ist das selbstverständlich, und es wird dadurch niemand in seiner Entwicklung geschädigt. Zu strenge Schule? Endlich zeigte mal ein Bundesland Härte! Nicht annähernd die Härte, die ich als Schüler noch erlebt habe. Volljährigkeit wieder ab 21? Da fiel mir der alte Prof. Strauβ ein, der feststellte, daß sich die Pädagogik modisch im Kreise drehe.

Wenn nicht die Schule, sind PC-Spiele schuld. Das erwähnte Spiel „Counter-Strike“ habe ich, wie Millionen andere, auch schon gespielt. Es überforderte mich geistig, dauernd in irgendwelchen Gängen herum zu irren. Deshalb greift man doch nicht zur Waffe! Dann müßte man auch die meisten Filme und jede Menge Bücher verbieten. Goethes „Leiden des jungen Werthers“ löste eine Selbstmordwelle aus. Eine hirnrissige Diskussion und der obligatorische Polit-Aktionismus. Schließlich sind’s die Eltern mit ihrer hohen Erwartungshaltung (Die wird tatsächlich oft unterschätzt.). Meines Erachtens führt das alles zu nichts. Die Erkenntnis, daß isolierte Wahnsinnstaten, besonders in der Pubertät (Hebephrenie genannt, das wußten schon die alten Griechen), sich nicht rational erklären lassen, fällt allgemein schwer, ist aber logisch. Das schließt nicht aus, daß man darüber nachdenkt, ob nicht 90% der aktuellen europäischen und besonders amerikanischen Kulturprodukte reiner Müll sind, der zum Vorbild gesellschaftlichen Stils wird. Die jungen Leute in den Industrie-Gesellschaften haben meist einen hohen Lebensstandard, geringe Frustrations-Toleranz und ein unangemessenes, von den Medien künstlich aufgeblähtes Ego. Die jungen Leute hier haben meist einen geringen Lebensstandard, noch geringere Frustrations-Toleranz und sind stolz wie die Spanier. Kurz: Sie sind überall in der Welt ziemlich beknackt. Das ist ein kaum lösbares biologisches Problem. Täterprofil des Amok-Läufers von Erfurt: „Antriebsarm, faul, sparsam, introvertiert, jähzornig, gröβenwahnsinnig“. Sparsam iss untypisch.Übrigens: Keine Chance, mit der merkwürdigen URL die Seite jener Mittelschule (Oder wie lautet die politisch korrekte Bezeichnung z.Z.?) in Manado zu erreichen.

2 Gedanken zu „Pädagogik

  1. Nachdem man mittlerweile das Internet als Suchtmittel in einer Reihe findet mit Spielsucht und chemischen erlauvb´bten und unerlaubten Subtanzen, die als Suchtmittel mißbraucht werden können, ist es vermutlich ebenso schwer, die Vorgänge in Menschen nachzuvollziehen, die ihre Persönlichkeit beeinflussen lassen von virtuellen Rollen,mit denen sie ihre realen Defizite auszugleichen versuchen, wie die Persönlichkeitsveränderungen von Säufern und Anwendern verschiedener schluck- spritz- und rauchbarer Substanzen. Wenn man selbst dafür nicht anfällig genug ist, und schon einfaches Komasaufen nicht nachvollziehen kann, ist das Vermischen der Parallelwelten mancher Jugendlicher und junger Erwachsener auch schwer nachvollziehbar, aber eigentlich ist das Vermischen bereits ansatzweise erkennbar bei Menschen, die sich gegenseitig die Leiden ud Freuden ihrer Serienhelden erzählen, die sie "miterlebt" haben und um die sie sich echte Sorgen machen. Irrational, aber trotzdem gruselig, daß man Zombies als Quasi-Familienmitglieder bekommt. ^^
    An der Ablehnung der Schuluniformen sind meines Erachtens weniger die Kids schuld als die geltungsbedürftiogen Eltern, die ihren  Nachwuchs unausrottbar zu sichtbaren Projektionsflächen ihres eigenen tatsächlichen oder erträumten Erfolgs machen. Die haben ihnen mit Oshkosh und Petit Bateau bereits in die Wiege gelegt, daß Kleider Leute machen und daß das erwünscht ist, einander an Äußerlichkeiten abchecken zu können – sie tuns ja auch täglich. Die Kleinen sitzen noch im "Maxi-Cosi", da hören sie schon Mama und Papa ablästern über Autos, Klamotten  und Wohnungseinrichtungen, sehen sie vorm Spiegel stehen udn stöhnen So kann ich nicht raus" …
    Aber mehr als du will ich auch nicht schreiben – du hast ja trotzdem recht. :-)
     
     

  2. Kannst ruhich mehr schreiben, iss 1 echte Bereicherung meines Beitrags. Wenn man nich weiβ, was Oshkosh, Petit Bateau und Maxi-Cosi iss, hat man es wohl geschafft, da rauszukommen.
    Ich bin imma so schnell pleite in „The Settlers VI“, und Schwierigkeiten mit den Wölfen hab ich auch. ^^

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