Die Einsamkeit der Möhre

einsam

„Die beseelten Wesen sind ganz durcheinander; sie führen sich selbst hinters Licht und rennen Gegenständen nach!“  Shūrangama-Sūtra

Als ich das Restaurant „Zum Roten Chili“ an der Küste Manados betrete, was diesen abschreckenden Namen hat, jedoch wenigstens nich „Gift“ heißt, wie ein anderes, könnte ich von der Balkon-Terrasse – wo Speisekarten und Servietten im starken Seewind davonfliegen – die Küste sehen, wenn nich das Jugendzentrum davor stände, das aussieht wie ein Baumarkt, jedoch nich fertichgebaut ist, weil das Geld auch ohne Wind vorher verschwand. Wie ich also die Terrasse entere, fallen mir gleich 2 Finger auf, die vergessen auf einem der Tische liegen. Waren die 2 Japaner vor uns hier, die unser Fahrer zur Erdwärme-Anlage in Lahendong gebracht hat? Angehörige der Yakuza, die dort nich warm genuch geworden und sich zur Strafe je 1 Finger abhacken mußten? Beim ratlosen Nähertreten stelle ich fest, daß es sich um eine vereinsamte Doppel-Möhre handelt. Wurden hier Kaninchen gefüttert?
Vorher hatte meine Frau die neue Ausweiskarte für Ausländer unserem Fahrer übergeben, damit er sie zum Laminieren bringe, während wir die Möhre zu enträtseln versuchen. „Kann man ihm die Karte überlassen, nachdem es so schwierig war, sie zu bekommen?“ frage ich skeptisch wie imma. Sie mußte geändert werden, weil ich darauf als Indonesier beschrieben war. Jetzt steht unter Beruf nich „retired“, wie angegeben, sondern „farming“. Immerhin hat der Leiter des Standesamtes sie untaschrieben, bevor er versetzt wurde. Sonst müßte man ihm noch nachreisen. Ein Nachfolger kann nich untaschreiben. Zumindest müßte man ihn nochmal dafür bezahlen. Zum „Ausländer-Tarif“.
Zurück bekomme ich die Karte unlaminiert, weil inzwischen wieder der Strom (4-6Std. täglich) ausgefallen ist, da wegen der anhaltenden Trockenheit die Wassermenge des Tondano-Sees nich mehr ausreicht, die Turbinen zu speisen. Die Karte ist nun leicht verknittert und verbogen wie das neue Apple-Handphone. Der Fahrer hat sie in seinem Portemonnaie aufbewahrt und drauf gesessen. Es ist, als ob du zu Schülern redest. Du versuchst zu verhindern, das etwas schiefläuft, aber genauso gut könntest du die Möhre von etwas zu überzeugen versuchen. Die Aufnahme-Fähigkeit ist die gleiche. Die aktuelle „Helferin“, die die Umschuldung einleitete, weil meine Frau aus Geldgier 170-200Tausend EUR an Betrüger und Wucherer verloren hat, verlangte ein zusätzliches Giro-Konto bei einer anderen Bank. Wieso kann das nich bei der auszahlenden Bank eingerichtet werden? Weil die Formulare gefälscht sind, und die Bank-Angestellten in die eigene Tasche wirtschaften? Wieso kann das bereits vorhandene nich dafür genutzt werden? Ich rede und rede und rede. Doch meine Frau richtet das Konto ein, dann löscht sie es wieder, weil sich herausstellt, daß es nur um die Provision geht, die die „Helferin“ von der Bank erhält. Nach wochenlanger Nerverei wird der Kredit-Antrag abgelehnt, weil man auch in Indonesien davon ausgeht, daß von über 60jährigen Dummen nix Positives mehr zu erwarten ist.
Für ihr manisches Telephonieren bekommt meine Frau jede Menge Bonus mit Telkom-Aufdruck: 1 Riesen-Schirm, 1 Rucksack, 1 Einkaufs-Tasche, T-shirt, usw.. Der Kunde als Werbeträger. Nichts davon brauchen wir, aber es macht meine Frau glücklich. Wenn man ihr was schenkt, kann man damit ihr Hirn partiell lahmlegen. Das haben Linda, vor der ich meine Frau bereits im letzten Jahr vergeblich gewarnt hab, und andere erfolgreich angewandt. Keins der zahlreichen Opfer, die von Linda betrogen wurden, geht zur Polizei, weil das nur noch mehr kostet, und sie im Gefängnis überhaupt nix zurückzahlen kann. So dreht sich das Chaos immer weiter. Kannst nix richtichmachen in diesem Land. Keine Chance.
„There’s a fire going out …”

Vorletzte Worte

indochine

„Lieber ein kleines bißchen Wirklichkeit als ein Riesenhaufen Illusion! Schlußendlich betrügt ihr euch ja nur selbst!“

Der Chinese grüßt am frühen Morgen mit: „Ngi schid li zao ma?“ Darauf antwortet man latürnich mit: „Schid li.“ Obwohl das schon ganz schön mißverständlich klingt. Bessa man sagt: „Mang zhen.“ Mittags erkundigt sich der Chinese mit: „Ngi schid li dschu ma?“ Abends mit: „Ngi schid li ja ma?“ Dagegen sacht der chinesische Christ: „Pin on!“ Ich kann mir das einfach nich merken. Mein Sohn, der das im 4. Schuljahr lesen mußte, wohl auch nich. Doch iss der typische Gruß des Minahasa sofort einleuchtend: „Schalom!“ Ganz ohne Schid. Letztlich sind wir doch alle Hebräer.
Beispielswillen jedoch sollten wir auch Ünjen (864-949) vom Wolkentor-Berg berücksichtigen, der gesacht hat: „Ihr liegt total falsch, ihr blinden Idioten!“ Doch was wollte uns Ünjen damit eigentlich sagen? Iss doch ganz klar: Ihr dürft den Tricks anderer Leute nich auf den Leim gehen und ihre Lehren nich einfach akzeptieren wie die grünen Fliegen, die sich auf der Scheiße drängen. Pilgerreisen, heilige Schriften, die einem vom Himmel auf den Kopf gestürzt sind, auf dem Hintern mit verkrumpelten Beinen rumsitzen, Schnirkel-Yoga – all das nur eingeschlagene Pflöcke, an denen ihr euch selbst fesselt. Wer‘s wirklich begriffen hat, verbringt seine Tage im Einklang mit dem Gewöhnlichen. Daheimsein ohne Durst. Weder die verschiedenen gesellschaftlichen Rollen noch Reichtum noch irgendwelche Therapien oder spirituellen Wege bringen letztlich Frieden. Was sich draußen befindet, ist nicht der Schatz des eigenen Hauses. Was tust du also, wenn gar nichts geht?
Fragte ein Mönch: „Was ist das Problem?“
Antwortete Ünjen: „Daß du den Gestank deiner eigenen Scheiße nicht bemerkst.“
Jedenfalls hat das Urs App SO ausgedrückt. Bei Ünjen wird das wohl irgendwie chinesisch geklungen haben.
Mönch: „Was ist Zen?“
Ünjen: „Genau!“
Mönch: „Und was ist der WEG?“
Ünjen: „Ja!!“
„Soll ich Pizza machen?“ fragt meine Frau.
„Ja!“
„Mehl ist ausverkauft“, erklärt sie, als sie vom Markt zurückkommt. Benzin auch. Strom sowieso. „Essen wir Reis?“
„Ja.“ (Ohne Ausrufungszeichen!)
„Ich hole dazu gebratenen Fisch von Nortje. – Ich kann Nortje telefonisch nicht erreichen.“
So geht das imma weita.
Mönch: „Bitte Meister, zeigt mir einen Zugang!“
Ünjen: „Suppe trinken, Reis essen!“
Ohne Fisch.
Meister Xuefeng: „Du bist die ganze Welt. Doch du denkst ständig, es gebe sonst noch etwas.“
Es hört einfach nich auf.

Last Words

Shah

The sensitive Shah in “Stronghold Crusader II”:

“Sane or insane – I still like butter-cakes.”
“It’s raining in paradise and my feet are getting wet.”
“Lions are most terrible – and surprising party-guests.”
“Oh, the oceans of the world are wide – but so is my tomato-garden.”
“I have slept, and NOW – miraculously – in the light of the morning – I’m awake!”

Lord Tom:
“Fuck Steam!”